Forschung: COVID-19-Erkrankung bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei PatientInnen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse besteht kein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf.

Der häufigste Grund für eine Unterfunktion der Schilddrüse (Mangel an Schilddrüsenhormonen, medizinisch: Hypothyreose) ist eine Hashimoto-Thyreoiditis. Von daher kann man davon ausgehen, dass im Rahmen der nachfolgenden Studie – die sich auf PatientInnen mit einer Schilddrüsenunterfunktion bezieht – auch zahlreiche Hashimoto-Erkrankte untersucht wurden. „Forschung: COVID-19-Erkrankung bei Schilddrüsenunterfunktion“ weiterlesen

Leserfrage: Warum sind Fehldiagnosen wie Angststörung oder Depression bei Hashimoto-Thyreoiditis so häufig?

Schilddrüsenhormone haben Eigenschaften, welche die Psyche beeinflussen können. Und als Folge einer veränderten psychischen Grundstimmung wird auch das Verhalten verändert, so dass Störungen im Schilddrüsenhormonhaushalt zu deutlichen Wesensveränderungen führen können.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wie sie oft als Folge der Hashimoto-Thyreoiditis auftritt, kann beispielsweise folgende psychische Symptome auslösen:

– Weinerlichkeit, Traurigkeit bis hin zur Depressivität
– Reizbarkeit bzw. das Gefühl alles wird zu viel
– Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
– Benommenheit “Watte im Kopf” (brain fog)
– Innere Unruhe oder auch eine ausgeprägte Schreckhaftigkeit
– Angst mit oder ohne Panikattacken
– anhaltende Schlafstörungen

Wichtig: Bei Erkrankungen der Schilddrüse sind diese psychischen Symptome meist hormonell bedingt und kein Ausdruck einer psychischen Störung!

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Das Problem besteht darin, dass sich psychische Erkrankungen wie eine Depression oder Panikattacken bzw. eine Angststörung mit sehr ähnlichen Symptomen wie Krankheiten der Schilddrüse äußern und deshalb entsprechend häufig mit ihnen verwechselt werden.

Internationales Diagnoseschema der WHO bzgl. Depression und Angststörung

Um dies zu verdeutlichen, stelle ich nachfolgend das Internationale Diagnoseschema (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Krankheiten Depression und Angststörung vor.

Depression

– Depressive Stimmung
– Interessenverlust, Freudlosigkeit
– Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit
– Verminderte Konzentration
– Vermindertes Selbstwertgefühl
– Gefühl von Schuld / Wertlosigkeit
– Pessimistische Zukunftsperspektiven
– Suizidgedanken/-handlungen
– Schlafstörungen
– Früh morgendliches Erwachen
– Morgendliches Stimmungstief
– Deutlicher Appetitverlust
– Gewichtsverlust
– Deutlicher Libidoverlust

Panikattacke (Angststörung)

– Schweißausbrüche
– Fein- oder grobschlägiges Zittern (Tremor)
– Mundtrockenheit
– Atembeschwerden
– Beklemmungsgefühl
– Schmerzen in der Brust
– Übelkeit
– Schwindel, Unsicherheit, Schwäche
– Entfremdungsgefühl
– Angst die Kontrolle zu verlieren
– Angst zu sterben (Todesangst)
– Hitzegefühle oder Kälteschauer

Ein Großteil der aufgelisteten, psychischen Symptome ist ähnlich oder sogar genau gleich. Wegen der Auswirkungen auf die Psyche besteht deshalb ein erhebliches Risiko, dass Schilddrüsenerkrankungen als psychische Störungen fehl diagnostiziert werden!

Besonders zu Beginn der Erkrankung, wenn erst wenige Symptome vorhanden und die Blutwerte noch unauffällig sind, ist es für die/den Ärztin/Arzt unter Umständen schwierig die richtige Diagnose zu stellen. Erschwerend kommt diesbezüglich hinzu, dass bei Funktionsstörungen der Schilddrüse die psychischen Symptome den organischen Beschwerden vorangehen können.

Im Hinblick darauf scheinen Frauen außerdem besonders gefährdet zu sein, dass Ihnen fälschlicherweise eine psychische Erkrankung unterstellt wird. Sie werden in unserer Gesellschaft offensichtlich immer noch als psychisch labiler als Männer eingeschätzt.

Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass Schilddrüsenerkrankungen häufig in Situationen ausbrechen in denen Fehlinterpretationen naheliegen. Zu diesen Lebensphasen zählen besonders eine Schwangerschaft sowie die erste Zeit nach einer Entbindung. Psychische Symptome wie Weinerlichkeit, Melancholie usw. werden hier oft als Wochenbettdepression eingeschätzt und Müdigkeit, Erschöpfung etc. als Ausdruck von Überforderung falsch ausgelegt.

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Empfehlungen für die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis während der Corona-Pandemie

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Unterfunktion der Schilddrüse (Mangel an Schilddrüsenhormonen, medizinische Bezeichnung: Hypothyreose). Diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist jedoch nicht mit einem erhöhten Risiko für COVID-19 (Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus, umgangssprachlich Coronavirus) verbunden. „Empfehlungen für die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis während der Corona-Pandemie“ weiterlesen

Leserfrage: Warum geht es nicht allen von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffenen PatientInnen durch die Schilddrüsenhormontherapie gut?

In der Theorie ist die Schilddrüsenhormontherapie sehr einfach. Die Schilddrüse ist krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage ausreichend Schilddrüsenhormone herzustellen. Es kommt zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen, einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Also nimmt man zum Ausgleich die fehlenden Schilddrüsenhormone täglich als Tablette ein. 

Warum das in der Praxis dann doch nicht so einfach funktioniert, verdeutlicht folgendes Beispiel: „Leserfrage: Warum geht es nicht allen von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffenen PatientInnen durch die Schilddrüsenhormontherapie gut?“ weiterlesen

Vitamin D ist bei Schilddrüsenunterfunktion erniedrigt (Teil 2/7)

Eine Hashimoto-Thyreoiditis führt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Dann ist meist auch der TSH-Wert erhöht. Es gibt einen eindeutig belegten Zusammenhang zwischen einem hohen TSH-Wert und einem niedrigen Vitamin D-Spiegel.

Als Folge der Hashimoto-Thyreoiditis kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Durch den der Hashimoto-Thyreoiditis zugrunde liegenden Autoimmunprozess wird mit der Zeit ein immer größerer Teil des Schilddrüsengewebes zerstört. Das führt dazu, dass der andere Teil mit noch gesunden Schilddrüsenzellen welche die beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4) herstellen können beständig weiter zurück geht. „Vitamin D ist bei Schilddrüsenunterfunktion erniedrigt (Teil 2/7)“ weiterlesen

Ankündigung einer Artikelserie zu Vitamin D bei Hashimoto-Thyreoiditis

Zum möglichen Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung und den Krankheitsverlauf der Hashimoto-Thyreoiditis gab es in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Erkenntnisse können Sie in den nächsten Wochen hier nachlesen. Die einzelnen Kapitel werden jeweils Montags um 9.00 Uhr veröffentlicht. „Ankündigung einer Artikelserie zu Vitamin D bei Hashimoto-Thyreoiditis“ weiterlesen